Organspende in Deutschland und im Saarland         Daten , Zahlen, Fakten

Zur Beurteilung der Entwicklung der Organspende werden umfangreiche Statistiken von der DSO (Deutschen Stiftung für Organtransplantation) http://www.dso.de/presse/pressebilder-und-grafiken.html und Eurotransplant http://statistics.eurotransplant.org/  zur Verfügung gestellt.

Die Auswertungen orientieren sich an den Organisationsstrukturen der beiden Organisationen, so dass für das Saarland keine spezifischen aktuellen Statistiken zur Verfügung gestellt werden.

Neben den Veränderungen der absoluten Spenderzahlen, ist   die Entwicklung der Anzahl der Spender pro Million Einwohner des Bezugsbereiches eine der wichtigen Kennzahlen

Die Tabelle macht deutlich, dass wir in Deutschland im Jahr 2018 mit 11,3 Spendern pro Million Einwohnerauf dem letzten Platz im Eurotransplant Verbund liegen.

Nach einer langer Durststrecke sind die Spenderzahlen 2018 angestiegen. Eine gute Entwicklung, allerdings auf einem 

sehr niedrigen Niveau. Diese Entwicklung  darf jedoch in keinem Fall dazu führen, dass wir den Blick auf die Probleme 

im System verlieren. Die Anzahl der postmortalen Organspenden hat in Deutschland seit dem Jahr 2010 um ca. 30 %  abgenommen.

Vergleicht man die Spenderzahlen normiert auf eine Million Einwohner, so liegen fast alle europäischen Länder erheblich, 

bis zu Faktor 3, über den Spenderzahlen in Deutschland. Trotz einer breiten öffentlichen Diskussion sind die Ursachen

dieser Entwicklung nicht eindeutig geklärt.  Häufig wird der Vertrauensverlust der Bevölkerung durch 

den 2012 bekannt gewordenen „Transplantationsskandal“  allein für den Rückgang verantwortlich gemacht. Die in den 

Folgejahren durchgeführten Befragungen konnten den Akzeptanzverlust in der Allgemeinbevölkerung nicht belegen, 

schon gar nicht können damit die rückläufigen Zahlen vor 2012 erklärt werden.

In den durch den Gesundheitsminister Spahn angeschobenen Diskussionen und Gesetzesvorlagen werden 

nun zusätzliche Aspekte diskutiert, so z.B. 

     - Mängel bei der Erkennung von Hirntoten, 

     - organisatorische Verbesserungsbereiche in den 

       Krankenhäusern,  

     - eine Änderung der rechtlichen Regelungen zur 

       Einverständniserklärung jedes Einzelnen zur Spende:

          Entscheidungspflicht, Widerspruchslösung ...

 

Wichtigste Grundlage für ein funktionierendes Organspendesystem ist, neben funktionierenden Prozessen, die  breite gesellschaftliche Akzeptanz der Organspende und eine mehrheitlich positive Einstellung der Gesellschaft  dazu.


Seit 2010 sind die Spenderzahlen rückläufig!

Aus der Tabelle "potentielle Spender prozentual" wird deutlich, dass der Transplantationsskandal im Jahr 2013 seine größte Auswirkung hatte. In 2013 stieg die Ablehnungsrate auf 29,34%. Mittlerweile sind die Ablehnungsraten bei den Angehörigengesprächen besser, als vor dem Skandal und bewegen sich bei knapp 24%. Das Absinken der Spenderzahlen schreitet aber weiter voran, so dass man den Schluss ziehen muss, dass nicht das verlorene Vertrauen der Bevölkerung das Absinken der Spenderzahlen treibt.

Analysiert man die Jahresberichte der DSO etwas tiefer, so wird deutlich, dass der Rückgang der Spenderzahlen seit 2010 zu über 85% auf den Umstand zurück zuführen ist, dass immer weniger Patienten, mit einem vermuteten unumkehrbaren Ausfall der gesamten Hirnfunktionen, von den Entnahmekliniken zur DSO gemeldet werden.

Diese Fakten werden durch die folgenden beiden Tabellen untermauert.

Um die Spenderzahlen in Deutschland nach oben zu bewegen, gibt es nur einen Weg:

Die Entnahmekrankenhäuser müssen Ihr "Verhalten" bei Identifikation von potentiellen Spendern und deren Meldung zur DSO ändern.

Es müssen in Deutschland klare rechtliche Regelungen geschaffen werden, die zu einer Meldung verpflichten und auch ein Controllingsystem aufgesetzt werden, das es ermöglicht Abweichungen zu identifizieren und zu sanktionieren. 

Hier können wir uns durchaus ein Beispiel an unserem Nachbarn Österreich nehmen, die ein solches System schon über 3 Jahre installiert haben.

In Österreich werden aus den Kliniken über 40 potentielle Spender pro Million Einwohner gemeldet, in Deutschland sind es gerade mal 16 potentielle Spender pro Million Einwohner.

 


Organspende im Saarland

Im Saarland haben sich die Zahlen der Organspender von 2010 nach 2013 mehr als halbiert.

Seit 2014 hat sich der Trend umgekehrt und es ist, im Gegensatz zu den bundesweiten Zahlen, ein Ansteigen der Spenderzahlen zu verzeichnen.

Im Jahr 2017 lag die Zahl der Spender aus saarländischen Krankenhäusern bei 16.

Zurückzuführen ist diese erfreuliche Entwicklung auf die Einbindung aller Stakeholder bei der Diskussion um das Ausführungsgesetz zum TPG, der schnellen Verabschiedung des Ausführungsgesetztes in 2014, die flächendeckend Schulung der Transplantationsbeauftragten und die Unterstützung und Beratung der Entnahmekrankenhäuser bei der Umsetzung des Gesetzes durch erfahrene Ärzte der Uniklinik Homburg.

 

Transplantation im Saarland

 

Im Saarland ist das Transplantationszentrum Homburg angesiedelt. Im Zentrum dürfen Lungen, Lebern und Nieren transplantiert werden. Freundlicherweise stellt uns das Zentrum seine Zahlen zur Veröffentlichung zur Verfügung.